Der DAAD hat die aktuellen Berichte der Außenstellen 2014 veröffentlicht

Der DAAD hat die Berichte seiner Außenstellen aus dem Jahr 2014 veröffentlicht. Diese Berichte sollen ein komplexes Bild von der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und insbesondere von der hochschulpolitischen Lage in den jeweiligen Ländern vermitteln. Weitere Informationen finden Sie hier!

Den Bericht zu Mexiko haben wir hier verlinkt.

Den Bericht zu Brasilien hier.

Internationale Zusammenarbeit

Im Rahmen eines gemeinschaftlichen Kooperationsprogramms zwischen Brasilien, Peru und Deutschland war Herr Dr.-Ing. Ulrich Klenk (Fachgebiet Sicherheitstechnik/Umweltschutz) vom 16. März bis 06. April 2014 zu Gast im Zentrum für Umwelttechnologie (Centro de Tecnologias Ambientais – CTA) der peruanischen Ausbildungseinrichtung für die Industrie (Servicio Nacional de Adiestramiento en Trabajo Industrial – SENATI). Die Reise wurde durch die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) ermöglicht.

Herr Klenk vertieft die von Herrn Prof. Marzinkowski aus dem Fachgebiet Sicherheitstechnik/Umweltchemie geknüpften Kontakte und führt die Schwerpunkte Staub und Staubminderung ein. Hierzu wurden durch Herrn Klenk in der ersten Woche seines Aufenthalts am CTA ein an fünf Tagen stattfindender Abendkurs für Verantwortliche aus der Industrie, aus Behörden und aus Ministerien zum Thema „Partikeln/Stäube: Risiken für die Gesundheit, Ausbreitungsberechnung und Mitigation“ abgehalten. Im sehr gut besuchten Kurs wurden neben allgemeinen Grundlagen zur Staubentstehung und der Wirkung von Stäuben auch die Partikelmesstechnik, Überwachung der Luftqualität, Stäube am Arbeitsplatz, Maßnahmen zur Staubminderung und Modelle zur Ausbreitungsberechnung behandelt.

Weiterhin wurden für die Studierenden am CTA zwei Kurse zur Partikelmesstechnik abgehalten. Zusätzlich zu den Grundlagen-Kursen wurden durch Herrn Klenk zwei Vertiefungskurse angeboten, die deutlich tiefer in die Prinzipien unterschiedlicher Messtechniken zur Bestimmung von Staubkonzentrationen und zur Lokalisierung von Staubquellen gingen. Die Übersetzungen wurden von Herrn Carlos H. Zárate Espinoza (GIZ) und Herrn Ing. Luis Antonio Ibañez Guerrero (CTA) übernommen.

Neben den Vorlesungen und Kursen am CTA wurde Herr Klenk unter anderem durch das Umweltamt (Servicio Nacional de Meteorologia e Hidrologia del Peru - SENAMHI) und durch den Direktor für Umweltqualität im Umweltministerium, Herrn Ing. Juan Narciso (Director General de Calidad Ambiental del Ministerio del Ambiente – MINAM), eingeladen. Dort wurden jeweils grundlegende Probleme der Luftreinhaltung und der Messung von Stäuben diskutiert und Vorschläge zum weiteren Ausbau des bereits vorhandenen Messnetzes erörtert. Ein zusätzliches Thema stellte die Luftqualität in Innenräumen öffentlicher Gebäude wie Schulen, Kindergärten und Büros sowie von Wohnungen dar. Weitere Besuche galten Industriebetrieben. Dort wurden exemplarisch Möglichkeiten zur Reduzierung von Staubemissionen und der prinzipielle Aufbau von Abgasbehandlungsanlagen erörtert. Hinzu kam eine Einladung in eine Firma, die Staubminderungssysteme für die Industrie anbietet.

Abgerundet wurde der Besuch von Herrn Klenk durch die Durchführung von Messreihen zur Ermittlung lokaler Staubkonzentrationen. Hierzu wurden an der Küste Limas, an Straßenzügen und in ausgewählten Werkstätten Messungen der Feinstaubkonzentrationen (PM10, PM2.5 und PM1 bzw. E-Staub und A-Staub) durchgeführt. Hierdurch wurden Möglichkeiten mobiler Messungen zur Lokalisierung von Staubquellen, zur gezielten Auswahl neuer Messpunkte für Messstationen und zur Überwachung von Arbeitsplätzen aufgezeigt.

Zudem konnte so ein erster Eindruck von den zu erwartenden Staubkonzentrationen gewonnen werden. Zum Ende seines Aufenthaltes zeigte sich Herr Klenk mit den Ergebnissen sehr zufrieden:

„Das Interesse an den Kursen und an den vorgestellten Verfahren ist sehr groß. Dies zeigt nicht nur die Anzahl der den Abendkursen folgenden Einladungen. Auch die geführten Gespräche zeugten von großem Vorwissen und dem Wunsch, sowohl von behördlicher als auch industrieller Seite, Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität zu ergreifen. Wir haben hier die Möglichkeit, gemeinschaftlich die Probleme bezüglich der Luftreinhaltung einer südamerikanischen Metropole mit offiziell fast 10 Millionen Einwohnern anzugehen. Neben der Vielzahl von geführten und diffusen Emissionsquellen stellt die als Küstenwüste zu bezeichnende Klimazone Limas die größte Herausforderung dar. Diese Besonderheit schränkt durch die Auswirkungen des Humboldt-Stroms und der Passatwinde den Luftaustausch deutlich ein und führt somit zu einer annähernd permanenten Inversionswetterlage. Dies bedeutet, das in die Luft abgegebene Schadstoffe in einer bodennahen Schicht verbleiben und die Schadstoffkonzentrationen im Stadtgebiet entsprechend hoch sind. In einem ersten Schritt gilt es nun, zusammen mit den zuständigen Ministerien, nachgeschalteten Behörden und Industriebetrieben, die bereits erstellten Maßnahmenkataloge zur Verminderung von Emissionen jeglicher Art – insbesondere Staub, Stickoxide und Schwefeldioxid – zu prüfen und ggf. zu ergänzen. Die Umsetzung der Maßnahmenkataloge sowie deren Auswirkungen auf die Luftqualität muss überwacht werden. Dies kann analog zur Luftreinhalteplanung in Deutschland gesehen werden. Zudem ist es notwendig, eine Korrelation zwischen gesundheitlich feststellbarer Auswirkungen und Schadstoffkonzentrationen für die unterschiedlichen Bereiche Limas durchzuführen. Die Ergebnisse können dann in die Lehre der unterschiedlichen Bildungseinrichtungen sowohl auf Ebene des CTA als auch der Universitäten einfließen. Gleiches gilt für die personen- und bereichsbezogene Überwachung von Staubkonzentrationen an Arbeitsplätzen. Unsere Aufgabe sehe ich darin, vorbehaltlich das es hierzu eine Finanzierungsmöglichkeit gibt, in der Beratung beim Aufbau der Messnetze bzw. der punktuellen Messungen an Arbeitsplätzen, der Unterstützung bei der Datenauswertung inklusive der Umsetzung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung und vor allem im Aufbau der Kurse und Vorlesungen. Somit könnten verschiedene Ausbildungsstufen vom Messtechniker bis hin zum Umweltingenieur als Vertiefungsrichtung auf- und ausgebaut werden. Sollte es zu einer längerfristigen Zusammenarbeit mit einer entsprechenden finanziellen Basis kommen, können weitere Fachgebiete eingebunden werden.“

Bildlegende: Studenten des CTA

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